Praxis

BMI-Tabelle und Kategorien: Werte richtig einordnen

BMI-Tabelle nach WHO mit allen Grenzen: Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht, Adipositas. Plus Gewichtsspannen pro Körpergröße zum Ablesen.

Lesezeit 9 Min. Aktualisiert 08.06.2026 3 Quellen Mateusz Viola Mateusz Viola
Inhalt
Wichtiger Hinweis: Redaktioneller Inhalt, keine medizinische Beratung. Der BMI ist ein grober Richtwert und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei Fragen zu Gewicht und Gesundheit wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt.

Ein berechneter BMI-Wert ist erst dann aussagekräftig, wenn du ihn einordnen kannst. Genau dafür gibt es die BMI-Tabelle. Sie übersetzt die nackte Zahl in eine Kategorie und zeigt dir, ob dein Gewicht im empfohlenen Bereich liegt. In diesem Beitrag findest du die vollständige WHO-Klassifikation mit allen Grenzen, eine Erklärung der einzelnen Kategorien und konkrete Gewichtsspannen für gängige Körpergrößen zum direkten Ablesen.

Die WHO-Klassifikation im Detail

Die Weltgesundheitsorganisation hat international gültige Grenzwerte festgelegt. Sie gelten für Erwachsene zwischen etwa 18 und 65 Jahren, unabhängig vom Geschlecht. Hier die komplette Tabelle:

KategorieBMI-Bereich
Starkes Untergewichtunter 16,0
Mäßiges Untergewicht16,0 bis 16,9
Leichtes Untergewicht17,0 bis 18,4
Normalgewicht18,5 bis 24,9
Übergewicht (Präadipositas)25,0 bis 29,9
Adipositas Grad I30,0 bis 34,9
Adipositas Grad II35,0 bis 39,9
Adipositas Grad IIIab 40,0

In der Alltagspraxis arbeitet man meist mit den vier Hauptklassen: Untergewicht unter 18,5, Normalgewicht von 18,5 bis 24,9, Übergewicht von 25,0 bis 29,9 und Adipositas ab 30,0. Die feineren Unterteilungen sind vor allem für die medizinische Einordnung relevant.

18,5

Untere Normalgrenze

Quelle: WHO

24,9

Obere Normalgrenze

Quelle: WHO

25,0

Beginn Übergewicht

Quelle: WHO

30,0

Beginn Adipositas

Quelle: WHO

Was die Kategorien bedeuten

Untergewicht (unter 18,5)

Ein BMI unter 18,5 bedeutet, dass das Körpergewicht unter dem empfohlenen Bereich liegt. Die Ursachen sind vielfältig: schneller Stoffwechsel, geringe Nahrungsaufnahme, körperliche Veranlagung oder zugrunde liegende Erkrankungen. Untergewicht ist nicht automatisch ein Problem, sollte bei deutlichen Werten aber ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn es ungewollt entsteht.

Normalgewicht (18,5 bis 24,9)

Dieser Bereich gilt als das empfohlene Verhältnis von Gewicht zu Größe. Die Spanne ist bewusst breit, weil Menschen mit demselben Body-Mass-Index sehr unterschiedlich gebaut sein können. Wer hier liegt, hat statistisch ein günstiges Gewichtsverhältnis, was aber keine Garantie für Gesundheit ist und auch keine Verpflichtung, sich nicht weiter zu bewegen.

Übergewicht (25,0 bis 29,9)

Auch Präadipositas genannt. Das Gewicht liegt über dem empfohlenen Bereich, aber noch unterhalb der Adipositas-Schwelle. In dieser Spanne ist die Aussagekraft des BMI besonders begrenzt, weil hier viele muskulöse Menschen landen, deren erhöhtes Gewicht aus Muskelmasse statt Fett stammt.

Adipositas (ab 30,0)

Ab einem BMI von 30,0 spricht man von Adipositas, also starkem Übergewicht, das in drei Schweregrade unterteilt wird. Mit steigendem Grad nimmt das Ausmaß zu. In diesem Bereich ist eine ärztliche Begleitung besonders sinnvoll, weil zusätzliche Faktoren wie Fettverteilung und Begleitumstände eine größere Rolle spielen.

Gewichtsspannen pro Körpergröße

Oft ist es greifbarer, statt einer BMI-Zahl ein konkretes Gewicht zu kennen. Mit der Formel lässt sich für jede Größe ausrechnen, welches Gewicht zum Normalbereich (BMI 18,5 bis 24,9) gehört. Du multiplizierst dazu den BMI mit dem Quadrat der Größe. Die folgende Tabelle zeigt die Normalgewichtsspannen für gängige Körpergrößen, gerundet auf ganze Kilogramm:

KörpergrößeNormalgewicht (BMI 18,5 bis 24,9)
1,55 m44 bis 60 kg
1,60 m47 bis 64 kg
1,65 m50 bis 68 kg
1,70 m53 bis 72 kg
1,75 m57 bis 76 kg
1,80 m60 bis 81 kg
1,85 m63 bis 85 kg
1,90 m67 bis 90 kg
1,95 m70 bis 95 kg

So sehen die unteren und oberen Normalgrenzen für drei typische Körpergrößen im direkten Vergleich aus:

Normalgewicht in Kilogramm nach Körpergröße 1,65 m untere Grenze 50 kg 1,65 m obere Grenze 68 kg 1,80 m untere Grenze 60 kg 1,80 m obere Grenze 81 kg
Gerundete Grenzwerte für BMI 18,5 (untere) und 24,9 (obere Grenze).

Ein Rechenbeispiel zur Tabelle

Schauen wir uns an, wie man von der Größe zur Gewichtsspanne kommt. Für eine Person mit 1,70 m Körpergröße:

  1. Quadrat der Größe: 1,70 mal 1,70 ergibt 2,89.
  2. Untere Grenze: BMI 18,5 mal 2,89 ergibt rund 53 kg.
  3. Obere Grenze: BMI 24,9 mal 2,89 ergibt rund 72 kg.

Für 1,70 m liegt das Normalgewicht also zwischen 53 und 72 kg. Wer 78 kg wiegt, hätte bei dieser Größe einen BMI von etwa 27 und damit Übergewicht im Sinne der WHO-Klassifikation.

Der BMI gibt eine Orientierung, aber das individuell günstige Gewicht hängt von vielen Faktoren ab, die eine einzelne Zahl nicht abbilden kann.

— Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Warum die Spanne so breit ist

Auffällig an der Tabelle ist die große Breite des Normalbereichs. Bei 1,80 m reicht das empfohlene Gewicht von 60 bis 81 kg, das sind 21 Kilogramm Unterschied. Diese Breite ist Absicht. Menschen unterscheiden sich in Knochenbau, Muskelanteil und Körperzusammensetzung erheblich. Ein schlanker Ausdauersportler und ein kräftiger Mensch können beide mitten im Normalbereich liegen und trotzdem völlig anders aussehen. Genau deshalb taugt der BMI nur zur groben Einordnung und nicht zur Festlegung eines einzigen idealen Gewichts.

Grenzfälle: knapp an der Kategorie

Besonders knifflig wird es, wenn dein BMI direkt an einer Kategoriengrenze liegt. Ein Wert von 24,8 fällt noch ins Normalgewicht, 25,1 schon ins Übergewicht. Diese paar Zehntel können von Tagesform, Tageszeit, Mahlzeiten und sogar der verwendeten Waage abhängen. Wer morgens nüchtern wiegt und abends nach dem Essen, kann allein dadurch über eine Grenze rutschen, ohne dass sich am Körper irgendetwas verändert hat.

Daraus folgt eine wichtige Lehre: Eine einzelne Messung an der Grenze ist kein Anlass für Aktionismus. Sinnvoller ist es, das Gewicht über mehrere Wochen unter ähnlichen Bedingungen zu beobachten, etwa immer morgens nach dem Aufstehen. Der Trend über die Zeit sagt deutlich mehr als ein einzelner Messpunkt. Genau deshalb sind die Kategorien als Orientierungszonen zu verstehen und nicht als scharfe Trennlinien, hinter denen sich etwas grundlegend ändert.

Wie verbreitet sind die Kategorien

Die Verteilung der BMI-Kategorien in der Bevölkerung hilft, die eigenen Werte einzuordnen. Nach den Erhebungen des Robert Koch-Instituts liegt in Deutschland nur etwa die Hälfte der Erwachsenen im Normalgewicht. Ein erheblicher Teil bewegt sich im Bereich Übergewicht, ein weiterer im Bereich Adipositas. Untergewicht ist bei Erwachsenen vergleichsweise selten.

Diese Zahlen relativieren den eigenen Wert. Wer sich im Übergewichtsbereich wiederfindet, ist damit keineswegs allein, was den Druck nimmt, aus einer einzelnen Zahl ein Drama zu machen. Gleichzeitig zeigen die Erhebungen, dass die Verteilung mit dem Alter wandert: In jüngeren Jahren ist der Normalbereich häufiger, mit steigendem Alter verschieben sich die Werte tendenziell nach oben. Das ist ein weiterer Grund, den BMI nicht als starres Urteil, sondern als Momentaufnahme im eigenen Lebensverlauf zu sehen.

Die Verteilung des Körpergewichts in der Bevölkerung verschiebt sich mit dem Alter und über die Jahrzehnte, ein einzelner Wert ist immer nur eine Momentaufnahme.

— Robert Koch-Institut, Gesundheitsmonitoring

Untergewicht ernst nehmen, nicht nur Übergewicht

In der öffentlichen Wahrnehmung dreht sich beim BMI fast alles um Übergewicht und Adipositas. Das untere Ende der Tabelle gerät dabei leicht aus dem Blick, obwohl es genauso wichtig ist. Ein BMI unter 18,5 bedeutet, dass dem Körper möglicherweise Reserven fehlen, und ein anhaltend niedriger Wert sollte ebenso aufmerksam betrachtet werden wie ein hoher.

Untergewicht hat viele Gesichter. Bei manchen Menschen ist es schlicht Veranlagung, ein schneller Stoffwechsel oder ein zierlicher Körperbau, ohne dass etwas dahintersteckt. Bei anderen kann ein niedriger BMI Folge von Stress, einseitiger Ernährung oder einer zugrunde liegenden Erkrankung sein. Kritisch wird es vor allem dann, wenn das Gewicht ungewollt und schnell sinkt. In diesem Fall ist die nackte BMI-Zahl weniger wichtig als der Verlauf, also wie viel in welcher Zeit verloren ging. Ein stabiler BMI von 18 über Jahre ist anders zu bewerten als ein Sturz von 23 auf 18 innerhalb weniger Monate.

So setzt du die Tabelle für dich um

Nutze die Tabelle, um deinen berechneten BMI schnell einzuordnen oder um direkt die passende Gewichtsspanne für deine Größe abzulesen. Beides liefert dir einen klaren ersten Eindruck. Liegst du mittig im Normalbereich, ist die Sache unkompliziert. Befindest du dich nahe einer Grenze, im Übergewichtsbereich oder bringst viel Muskelmasse mit, dann betrachte die Zahl als Ausgangspunkt und nicht als abschließendes Urteil. Ein Blick auf Taillenumfang, Aktivitätsniveau und Wohlbefinden rundet das Bild ab, und für eine fundierte Bewertung deiner persönlichen Situation ist das ärztliche Gespräch der richtige Ort.

Häufige Fragen

Ab welchem BMI hat man Übergewicht?

Übergewicht beginnt nach WHO-Klassifikation bei einem BMI von 25,0. Der Bereich von 25,0 bis 29,9 wird auch Präadipositas genannt. Ab einem BMI von 30,0 spricht man von Adipositas.

Welcher BMI gilt als Normalgewicht?

Als Normalgewicht gilt ein BMI von 18,5 bis 24,9. In diesem Bereich liegt das Körpergewicht im empfohlenen Verhältnis zur Größe. Unter 18,5 spricht man von Untergewicht.

Was bedeutet welche Adipositas-Grad?

Adipositas Grad I liegt bei einem BMI von 30,0 bis 34,9, Grad II bei 35,0 bis 39,9 und Grad III ab 40,0. Mit steigendem Grad nimmt das Ausmaß des starken Übergewichts zu.

Wie viel darf ich bei 1,75 m wiegen?

Bei 1,75 m liegt das Normalgewicht nach BMI etwa zwischen 57 und 76 kg. Das entspricht einem BMI von 18,5 bis 24,9. Die genaue Spanne hängt zusätzlich von Muskelmasse und Körperbau ab.

Quellen

Mateusz Viola

Über die Autorenschaft

Mateusz Viola

Betreiber und redaktionelle Verantwortung bmi-calculator.fit

Themengebiet: Funktionsweise des Rechners, BMI-Formel, Gewichtskategorien

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